Waldinneres


in Zusammenarbeit mit Dörte Meyer, 2017

9 Videostreams aus dem Ahrenshooper Holz in dem vermutlich der Maler Alfred Partikel am 20.Oktober 1945 spurlos verschwand, Controller, Echtzeitrendering

Die Arbeit inszeniert den Wald als Sehnsuchtsort und Idylle, als Drohkulisse, als Versteck, als geheimnisvollen, magischen, mystischen und ambivalenten Ort. Der Wald ist ein wildes Gebilde, ein Mikrokosmos, in dem Wirklichkeit und Vorstellung sich begegnen. Was sich der Kontrolle entzieht, verbirgt sich im Wald.
In einer Großstadt werden die meisten öffentlichen Plätze heute routinemäßig überwacht. Es hängt ab vom Blickfeld, von der Kadrierung, vom Zufall, was vor die Linsen gerät. Die Zeit kann man damit gewissermaßen zurückspulen, Ereignisse und Verbrechen lassen sich rekonstruieren.
Die Wildnis wäre der Gegenentwurf. Wir stoßen vor in das Waldinnere, an einen entrückten Ort. Auch hier gibt es Kameras, von Bereichen, in die der Mensch nicht vordringen kann oder sollte. Wildkameras
liefern Einblicke in diese verborgenen Orte.
Das Ahrenshooper Holz ist undurchdringlich und unüberschaubar, es ist Naturschutzgebiet. Betreten, abseits des einzigen Weges, ist verboten.
Die Töne, die Alfred Partikel schlecht hören konnte, verweben sich zu einem Hintergrund, vor dem alle Ereignisse, reale und fiktive, gleichbedeutend nebeneinander stehen. Durch die Überlagerung von Fiktion und Realität auf der Bild- und Tonebene wird eine orts-und zeitbezogene Narration generiert, die genau den Ort des Verschwindens von Alfred Partikel in den Fokus rückt und in mehreren Dimensionen wirken lässt.
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Videostill vom 02.03.17|15:54:32Uhr

Videostill vom 02.04.17|17:18:19Uhr

Videostill vom 02.03.17|01:55:32Uhr

Ahrenshooper Holz

Winter-Fine Art Print 110x110 cm

Neues Kunsthaus Ahrenshoop