Nest


Dörte Meyer und Gert Bendel

Treibholz vom Weststrand/ Ahrenshoop, Schlosspark Baruth, sowie
Recherchematerial und Dokumentation, 2010

Sie errichten ihre Bauten in den Sommermonaten in sicherem Abstand leicht erhöht von der Wasserkante. Hierzu sammeln sie Treibholz und Steine, die sie, gestützt durch lange in den Boden gerammte Äste dicht aufschichten. Die Konstruktionen haben oft einen annähernd rechtwinkeligen Grundriss. Hier halten sich die Urlauber tagsüber bei fast jeder Wetterlage auf, mehr oder weniger nackt, von Wind und Sonne braun gegerbt. Eine Fahne, am höchsten Ast gehisst, macht die Anwesenheit von weit her sichtbar. Sie kennzeichnen ihren Besitz mit eingeritzten Holztäfelchen, die Namen und Aufenthaltszeitraum anzeigen. Am Ende der Saison verlassen sie ihren Horst.
Die Urlauber bleiben ihren sommerlichen Nestern über lange Zeit hinweg treu. Im Jahr darauf errichten sie auf den Ruinen ihrer durch Winterstürme und Hochwasser verwüsteten und halb vom Sand verwehten Bauten ihre Horste von neuem.

Die Arbeit entstand anlässlich der Ausstellung "Frühstück im Freien", Kunstverein Baruth

www.Alte-Schule-Baruth.de

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